Tierisch spannend:
„Scharfe Hunde“ kommt!


Erscheint am 01.03.2017
PENDO Verlag

Was haben der renitente Besitzer einer Outdoor-Agentur, ein holländischer Camping-Urlauber und eine begüterte Werdenfelser Oma miteinander zu tun? Erst einmal nichts, außer dass sie alle an einer Eisenhut-Vergiftung starben. Drei Suizide? Drei Morde? Doch bevor das Kommissarinnenduo Irmi Mangold und Kathi Reindl in die Ermittlungen eintauchen kann, stürzt vor dem Farchanter Tunnel ein ungarischer Lkw um. Heraus purzeln unzählige Käfige mit sehr jungen Hundewelpen. Der Fahrer schweigt. Merkwürdig ist jedoch, dass im Fahrerhaus die Adresse der verstorbenen Werdenfelser Oma entdeckt wird.  Irmi und ihre Kollegin tauchen ein in ein brandgefährliches Milieu, das dem der Waffenschmuggler und Drogenhändler in nichts nachsteht, denn es geht um unermesslich viel Geld …

 

Frage: Dieses Mal haben es die beiden Garmischer Kommissarinnen mit illegalem Welpen-handel zu tun.  Gibt es einen derart mafiös organisierten Handel mit Tierbabys aus Osteuropa ?

Leider ja, und zwar mit steigender Tendenz. Die Welpen kommen aus Ungarn, Polen, Tschechien und der Slowakei. Es handelt sich meist um Rassen, die gerade „in“ sind. Die Niederlande und Belgien agieren dabei als Transit- und Umschlagsländer für die armen Wesen, die aus so genannten „Vermehrer-stationen“ stammen. Die Hundemütter sind nichts anderes als Gebärmaschinen, die ohne Unterlass Welpen „produzieren“. Sie leben unter erbärmlichen Bedingungen und werden später - wenn ausgelaugt  - „entsorgt“.  Die Welpen werden den Müttern viel zu früh ent-rissen, sind oft krank, traumatisiert und in keiner Weise sozialisiert. Spätere Besitzer geraten in einen Strudel von Verzweiflung – man will dem Tier ja helfen – und die Tierarztkosten explodieren meist. 

Frage: Lohnt sich das Geschäft für die Welpendealer? Und was riskieren sie, wenn sie erwischt werden?

Allerdings, der illegale Tierhandel ist nach dem Waffen- und dem Drogenhandel das lukrativste Geschäft und fällt aufgrund seiner festen Struktur und des länderübergreifenden Netzwerkes unter die organisierte Kriminalität. Betrug, Korruption, Tierquälerei sind darin ebenso enthalten wie Körperverletzung, Bedrohung und Erpressung. Das Internet macht das Geschäft zudem einfach, die einschlägigen Börsen sind voll von „süßen Welpen“. Die Dealer werden immer gerissener: die Annoncen klingen seriöser, schlechtes Deutsch wird vermieden, und verräterische Billigangebote werden durch höhere Preise ersetzt. Diese mafiösen Zirkel zu sprengen ist sehr schwer, doch in den letzten Jahren sind die Behörden sehr aktiv.  Da mittlerweile Haftstrafen verhängt wurden, die über einem Jahr hinausgehen, werden die Taten als Verbrechen definiert.

Frage: Den ersten Toten gibt es in einer eindrucksvollen Szene bei einem Bulldoggtreffen in Ohlstadt. Man merkt, Sie kennen die Gegend, die Menschen -  und auch die Traktoren?

Was die Bulldogs betrifft, haben wir selber drei: ein großes Arbeitstier und zwei Oldtimer, mit denen wir auch auf Bulldoggtreffen fahren. Es ist immer sehr hilfreich und charmant, genau hinzusehen und vor allem hinzuhören. Festzelte wie beim Buchinger Viehmarkt oder beim Gau-schützenfest in Prem, Trachtenumzüge und Oldtimer-rundfahrten sind Füllhörner für echte Typen und treffende Dialoge.

Frage: Die Todesarten kann man ja - mit schwarzem Humor - , als „orginell“ bezeichnen?

Die Kommissarinnen haben in der Tat zu tun! Eisenhut ist hochgiftig und steht dennoch in vielen Gärten. Das macht die Tätersuche schwierig und gefährlich. Ein fiktiver Tollwutfall zeigt uns zudem auf, dass wir uns in Mitteleuropa nicht in Sicherheit wiegen sollte, gelten solche Krankheiten doch als ausgerottet. Die „Scharfen Hunde“ malen auch gruselige Szenarien - ein Krimi  bleibt ein Krimi. Und Irmi Mangold gerät immer wieder in brenzlige Situationen, denn manche „Schurken“ glaubt man oft fälschlicherweise auf den ersten Blick als solche zu erkennen… Andere erkennt man erst sehr viel später, oft gemeinsam mit der ebenfalls bass erstaunten Kommissarin!

Frage: Mit einer gewissen „CoolCard“ kommen auch die jüngsten Entwicklungen in der Tourismusbranche zur Sprache und sorgen für reichlich Aufruhr in Irmi Mangolds Ermittlungsgebiet…

„All Inclusive“ - Karten gibt es ja in vielen Alpenregionen. Die Konzepte sind unterschiedlich, die einen kauft man für eine bestimmte Anzahl von Tagen, die anderen sind „gratis“, die Zusatzkosten werden über die höheren Übernachtungspreise hereingeholt. Für die Gäste ist alles, was „umsonst“ ist, sehr verführerisch, aber auf der anderen Seite stehen eben auch Menschen, die nur noch einen Bruchteil ihres Normalpreises für ihr Angebot bekommen. Manche Nutzer dieser Karten „grasen“ sie regelrecht ab, versuchen so viel wie möglich „mitzunehmen“ und sonnen sich am Abend darin, wie viel sie gespart haben. „Koscht nix“ bringt nicht unbedingt das Beste im Menschen hervor, wir sind auch hier mitten drin in der Geiz-ist-geil-Mentalität.  Und wo es um viel Geld geht und Eitelkeiten der „Macher“ solcher Karten, gibt es natürlich auch jede Menge Mordmotive… 

 

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