Termine für die Krimi-Lesung

Glück ist nichts für Feiglinge - Nicola FörgWenn das Glück dich sucht, findet es dich auch! oder: Auch in Island wird gemordet!

Die Autorin stellt ihren neuesten Kriminalfall vor.
Sonja ist eher der ängstliche Typ. Im Job überfordert, von den Männern enttäuscht, in ihrem Siedlungshäuschen von der Welt vergessen. Ihr Ein und Alles ist Lady Goggo, eine Katze. Eine ziemlich selbstständige Katze, die sehr neugierig ist und sich dauernd irgendwo einsperren lässt. Sonja verpasst ihr eine Cat-Cam, eine kleine Kamera, die ihr die Kontrolle über Lady Goggos Streunereien verschafft. Nur eines schönen Tages filmt die Katze, wie Nachbar Sven in seinem Haus eine Frau stranguliert! Hat Lady Goggo einen Mord gefilmt? Am Tag darauf verschwindet die Katze. Offenbar ist sie in Svens Bus gestiegen und mit ihm nach Island gefahren. Sonjas geliebte Lady Goggo unterwegs mit einem Frauenmörder?! Todesmutig reist Sonja nach Island. Wo sie sich an Svens Fersen heftet. Und am Ende etwas findet, wonach sie gar nicht gesucht hat ...
 

Termine der Lesungen:

PLZ Ort Lokalität Datum Uhrzeit
80799 München Cafê Katzentempel 09.03.2015 19:30
  Leipzig Leipziger Buchmesse: LVZ-Kuppelhalle 14.03.2015 19:00
89250 Senden Bürgerhaus 16.03.2015 19:30
  Garmisch-Partenkirchen Tierheim 20.03.2015 19.00
82380 Peißenberg Tiefstollenhalle, Foyer 24.03.2015 19:00
74613 Öhringen Stadtbibliothek 27.03.2015 19:30
87645 Hohenschwangau Museum der Bayerischen Könige 12.04.2015 18:00
86420 Diedorf Buchecke Diedorf 23.04.2015  
78224 Singen Gartenmanufaktur Siegwarth 09.08.2015 11:00
87538 Balderschwang Hotel Hubertus Alpin- Lodge & Spa 12.11.2015  

 

Interview:

„Die Sehnsucht der Mörderin nach dem Happy End“ – Die Autorin über »Glück ist nichts für Feiglinge«
Nach 15 Krimis in 12 Jahren, sind Sie jetzt mord(s)müde?

Naja, ich habe erschossen, vergiftet, erwürgt, ertränkt, auf jede erdenkliche Weise gemeuchelt, da tut eine Pause in der Tat gut. Die Mörderin hat eben auch mal Sehnsucht nach einem Happy End. Und das gibt es? Ja, ein wunderbares, überraschendes Happy End. Eins zum Tränchen verdrücken, ich find‘s herrlich.

Aber ein wenig „mörderisch“ ist das Ganze ja doch?

Ja, Sonja, meine naive, ängstliche Protagonistin ist der tiefen Überzeugung, dass ihre Katze mit einer Catcam einen Mord gefilmt hat, es kommt zu einem Showdown auf dem Polarkreis, der über die frostige Insel Grimsey läuft. Und Sonja  erät in Island mitten hinein in ein Verbrechen, aber letztlich ist das „Mörderische“ nicht das Hauptanliegen des Buches. Hier gibt es nicht die klassische Struktur von Verbrechen und Aufklärung. Auch spielen meine üblichen  Kommissare und Kommissarinnen keine Rolle. Die zentrale Botschaft ist, dass es sich auszahlt, endlich einmal Eigeninitiative zu ergreifen, Mut zu zeigen.

Catcam, gibt es so was wirklich?

Natürlich, ich habe vor einiger Zeit einen Beitrag im Fernsehen gesehen, wo in Amerika eine Frau unter Verdacht stand den Nachbarn Badeanzüge und Badehosen von den Leinen zu klauen. Sie hatte immer beteuert, sie wäre das nicht, aberman fand das Zeug ja auf ihrer Terrasse. Sie war sich sicher: das ist die Katze. Sie stattete die Katze mit einer Catcam aus und siehe: Jede Nacht zog das räuberische Tier los und zerrte Badesachen durch die Hecke. Köstlich! Das hat mich inspiriert. Sonjas Katze, Lady Goggo, bekam so eine Kamera, weil Sonja in ihrer Angst und ihrem Kontrollzwang die Wege ihrer Katze nachvollziehen wollte. Und die filmt – mitten rein ins Leben von Sonjas spießig-schwäbischen Nachbarn.

Und dann ist die Katze verschwunden. Sie beschreiben die Suche nach dem Tier sehr eindrücklich und bewegend. Selber erlebt?

Ja, eine unserer Katzen ist in ein Auto eingestiegen und 15 Kilometer mitgefahren, wir hatten sie nach 14 Tagen wieder. Die 14 längsten meines Lebens! Jede/r, die/der eine Freigängerkatze hat, die plötzlich verschwindet, kennt diese Ohnmacht. Nicht zu wissen, was passiert ist. Überfahren, gestohlen, irgendwo eingesperrt und zu grausamen Verdursten verdammt? Die Ungewissheit ist der Horror, der Aktionismus zu suchen und zu rufen und Zettel aufzuhängen, bringt kurz Linderung – und mit jedem Fehlversuch, jedem Tag mehr der nagenden Angst wird es schlimmer.

Das Buch hat in der Tat auch sonst sehr bewegende Momente, eine der Hauptfiguren stirbt, so „happy end“ ist das dann doch nicht…

Zeigen Siemir ein Leben, das nur „happy“ ist! Die Kunst ist es doch, in jedem Verlust einen Neubeginn zu finden. Licht bedingt Schatten, Todmacht Platz für neues Leben. Das sind banaleWeisheiten, aber das macht sie nicht weniger wahr. Meine schüchterne, verplante Protagonistin setzt sich vielleicht zum ersten Mal in ihrem Leben dem Unbekannten aus, setzt sich dem Leben überhaupt aus.

Aber gleich so! Sie muten der jungen Frau viel zu. Sie gerät in einen Strudel aus seltsamen Menschen, Sie stürzen sie in Liebeswirren. Sie scheuen sich auch nicht vor Liebesszenen, die sie in den Krimis ja sonst eher sehr knapp halten und nur andeuten.

Ich bin hier jetzt auch nicht zu „Shades of Grey“ übergewechselt, aber Sonja ist eine junge Frau, natürlich spielt Sex eine Rolle. Vor allem, weil sie eben eher das Mauerblümchen ist, das plötzlich an einen geheimnisumwitterten isländischen Hünen gerät, ein Mann der taktiert undmanipuliert. Eine wie Sonja ist so einem egomanischen Freiheit und Abenteuer Macho nicht gewachsen, kaum eine Frau wäre das.Weil die Mädels doch so oft Liebe mit Sex verwechseln und eine wie Sonja eben auch glaubt, cool und taff sein zu müssen in einer Welt, die ihr einreden will, dass Sex nichts als eine bessere Turnübung ist.

Sie haben Island als Setting gewählt, warum?

Wo sonst gibt es aquamarinblaue Weiten vor schwarzen Sanderflächen, dahinter grüne Steilküsten, aus denen Wasserfälle stürzen, eine Etage darüber Gletschereis – alles Luftlinie nur einen Kilometer voneinander entfernt.Wo sonst erfindet sich eine geologisch junge Landschaft ständig neu, gebiert neue Inseln, spuckt Lava und schickt schweflige Dämpfe? Es gibt wenige Landschaften auf der Erde, wo die Natur so gegenwärtig ist und der Mensch so winzig klein. Das verändert auch die Menschen. Hier ist es gar keine Frage, ob man an Elfen und an die Anderswelt glauben will. Natürlich will man, muss man geradezu! Hier reimt sich vieles, was anderswo schon lange kein Gedicht mehr ergibt.

Und Pferde gibt es auch…

Ja, neben Katzen sind Pferde unsere Passion und unser Mitbewohner.Wir haben auch zwei Isis, die Pferde des Feuers und des Eises sind spezielle Geschöpfe, sie haben sich seit 2000 Jahren kaum verändert, sie haben sich einen freien Geist bewahrt. Sie sind sagenhaft: Odins achtbeiniges Pferd Sleipnir, mit dem er übers Himmelsgewölbe galoppiert ist, war natürlich ein Isländer.

Müssen wir in Zukunft denn auf Irmi Mangold verzichten?

Nein, schon im Frühjahr 2016 ist sie wieder mittendrin in einem Fall, in dem es um Botulismus geht. Rinder sterben zuhauf an der rätselhaften Vergiftung. Aber die Ämter leugnen die Krankheit. Es ist bizarr: wir reden von einem hochtoxischen Nervengift, und das spritzen sich manche zur Faltenfreiheit ins Gesicht. Es geht auch um unseren Umgang mit Tieren zur Lebensmittelgewinnung, es wird brisant.

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