Nicola Förg

Das Leben ist doch ein Ponyhof

Nicola Förg

Das Leben ist doch ein Ponyhof

Nicola Förg

Das Leben ist doch ein Ponyhof

Nicola Förg

Das Leben ist doch ein Ponyhof

Nicola Förg

Das Leben ist doch ein Ponyhof

Nicola Förg

Das Leben ist doch ein Ponyhof

Nicola Förg

Das Leben ist doch ein Ponyhof

Nicola Förg

Das Leben ist doch ein Ponyhof

Nicola Förg

Das Leben ist doch ein Ponyhof

Der Knigge für alle, die in der Natur unterwegs sind

Erscheinungstermin: 27. Februar 2026

Mit Haus- und Nutztieren, aber auch Wildtieren kennt Nicola Förg sich aus. Als Gastgeberin im Voralpenland erlebt sie, was Gäste und Einheimische nicht (mehr) wissen. Ihr Buch ist ein leidenschaftlicher Appell, sich in der Natur mit Respekt zu bewegen – mit Blick auf die Abläufe und Traditionen, denen das landwirt-schaftliche Jahr folgt. Und auf die Alpenfauna, denn hoch spezialisierte Arten haben immer weniger Le-bensraum. Sie weiß, weshalb man Tiere hinterm Zaun nicht füttern soll, warum Almwiesen so wichtig für den Erhalt der Artenvielfalt sind und dass auch der folg-samste Hund in der Brut- und Setzzeit angeleint ge-hört. Sie erläutert den Kreislauf der Milch, was die »Wald-WG« ausmacht und dass auf den Wegen zu bleiben wirklich smart ist.

Interview mit Nicola Förg zu »Landwissen!«

Sie schreiben nicht nur Krimi-Bestseller, sondern betreiben einen Ponyhof, haben Er-fahrungen in der Land- und Forstwirtschaft und vermieten ein kleines Ferienhaus. Wann kam konkret die Idee für dieses Buch über Landwissen?
Sie geistert in meinem Kopf schon länger herum, auch weil ich mich als Journalistin für Tier und Naturthemen seit rund zwanzig Jahren in der Thematik bewege und feststellen musste, dass vieles, was meiner Generation von ihren Eltern und Großeltern mit auf den Weg gege-ben wurde, heute nicht mehr gilt. Damals war mehr Allgemeinwissen und auch ein Mehr an Respekt für Tiere und Pflanzen. Wir beherbergen in unserem Ferienhaus zudem seit fünfzehn Jahren Menschen, die Stille und Naturnähe suchen, also salopp gesagt: »Eh schon die Guten«. Aber selbst in dieser Zielgruppe gibt es viel Unwissen. Wir geben gerne die Erklärbären in Na-turdingen und haben da viele Aha-Erlebnisse generiert. Als letztes Frühjahr ein zertifizierter Waldpädagoge, ein ganz reizender Mensch, völlig verblüfft war, dass Wiesen einem Betre-tungsverbot unterliegen, war das dann das endgültige »Go« für mich, die Aha-Erlebnisse zu einem Buch zusammenzuführen.

Als Reisejournalistin sind Sie viel herumgekommen; unter anderem in Skandinavien, Ir-land und Kanada. Was macht die Alpen und das Voralpenland so besonders?
Ich bin eine Frau für raue Länder. Meine Seelenlandschaften haben mit Bergen zu tun, mit Felsen und stillen Pfaden. Ein einschneidendes Erlebnis war für mich, als ich in den isländi-schen Westfjorden fotografiert hatte – großartige Bilder, aber nur Natur. Es fehlte der Vorder-grund, man lechzte fast nach einem Boot oder einer verfallenen Kate, um dem Bild Tiefe zu geben. Die acht Alpenstaaten verfügen über diese unvergleichliche Kombination aus Vorder-grund, einer gewichtigen Mitte und den Bergen im Hintergrund, damit man nicht aus dem Rahmen fällt. Diese Mischung aus Bergen, Flüssen und Seen immer in Verbindung mit Zeu-gen menschlichen Schaffens ist einzigartig. Wie oft war ich in Schweden oder Norwegen an grandiosen Plätzen und hätte mir gewünscht, da gäbe es nun ein Café oder einen Biergarten. Einkehren zu können macht eben die Lebensqualität der Alpenregionen aus!

Das Voralpenland ist Ihr Zuhause – eine der beliebtesten, touristisch hoch erschlosse-nen Ferienregionen. Wie hat sie sich in den letzten Jahren verändert?
Leider nicht zum Guten. Fast täglich sind inzwischen die Medien voll davon: Verkehrschaos am Eibsee oder am Pragser Wildsee. Und wirklich erschütternd: Schutzhütten in den Alpen werden verwüstet – so schlimm, dass die Bergwacht Hütten sperren muss. Leider sind das keine Einzelereignisse mehr, genau wie zugeparkte Wirtschaftswege und Wildcamper, die bei hoher Waldbrandgefahr noch ein Lagerfeuerchen machen. Man mag nun trefflich darüber philosophieren, wie es dazu kam – Menschen wollen ihren Stress irgendwo abbauen, und es gibt inzwischen wissenschaftliche Untersuchungen zum Übertourismus. Die »Gäste« spalten sich davon ab, dass sie sich im Wohnzimmer von Wildtieren befinden und im Vorgarten von Einheimischen. Aggressives Tourismusmarketing und all die Touren auf den Outdoor-Platt-formen vermitteln, dass den Gästen alles erlaubt ist. Menschen mit mannigfaltigen Freizeitbe-dürfnissen – oft auch noch mit Hund – greifen in ein fragiles Ökosystem ein, in eine Welt, die das Leben für Wildtiere sowieso immer gefährlicher macht. Da ist die intensive Landwirt-schaft, und da sind überall Straßen, die Lebensräume durchschneiden. Dazu kommt der Kli-mawandel, der es einzelnen Arten schon ohne menschliche Störungen so schwer macht. Ar-ten verschwinden, während der Mensch vielfach expandiert.

Landmilch, Alpenmilch, Weidemilch, Bio-Milch, Bio-Wiesenmilch, Heumilch … Verste-hen Sie, dass die vielen Label im Milchregal manche Menschen verwirren?
Natürlich! Und es ist auch gar nicht so einfach, sich in dem Dschungel zurechtzufinden. Nicht jede/r recherchiert im Supermarkt erst mal nach, was diese Label bedeuten. Und dann sind da oft diese manipulativen Bildchen von bärtigen alten Bauern oder glücklichen Familien. Der Milch-Wirrwarr ist ein gutes Beispiel für den gesamten Ansatz im Buch: Ich biete Wissen statt Halbwissen an und auch ohne einen Algorithmus, der entscheidet, was interessant ist. Jeder kann damit Entscheidungen treffen und zumindest nicht mehr sagen: »Das habe ich nicht ge-wusst.«

Wie können Hundeleinen Leben retten?
Die Diskussion, ob Hunde angeleint sein müssen, werden immer polemischer geführt. Natür-lich muss ein Hund auch frei laufen dürfen, aber nur, wenn er zu hundert Prozent abrufbar ist, und nie in der Brut und Setzzeit. Auch wenn der Hund kein Tier reißt, hat das Reh zum Bei-spiel Pech: Es hat von den vor den Alpen vorkommenden Wiederkäuern einen relativ kleinen Pansen. Es muss bis zu elfmal am Tag Nahrung aufnehmen und dazwischen wiederkäuen. Wenn es in diesem Zyklus durch unnötige Fluchten mehrfach gestört wird, ist das sehr ge-sundheitsschädlich, die Störung der Wiederkäuphasen kann bis zum Tod führen! Noch kom-plizierter wird es in einer hoch sensiblen Phase in der Natur, wenn es tragende Tiere sind oder sie gerade ein Kitz bekommen haben. Und dann betritt ein Hund den Lebensraum und jagt eine Geiß. Auch wenn er sie nicht erwischt, sprengt er sie weit weg von ihrem Einstand, sie verbraucht Energie, und das Kitz ist zudem viel zu lange allein. Oder: Hunde spüren Kitze auf. Selbst wenn der Hund nur schnuppert, die Mutter wird es nicht mehr annehmen. Es wird elend verhungern – über lange Tage. Eine Leine rettet also wirklich Leben!

Was wünschen Sie sich für den Alpenraum?
Wissen ist Macht und macht etwas mit einem. Es ist sicher so, dass man nur etwas schützen will, das man kennt und mag. Deshalb versuche ich in meinen Krimis und nun im »Landwis-sen!«, ein paar Menschen mehr auf meine Seite zu ziehen: auf die des Respekts für alle Ge-schöpfe und Pflanzen. Auch für die, die nicht putzig sind und die man nicht streicheln kann. Und ich wünsche mir mehr Respekt für die Gastgeber. Natürlich leben im Alpenraum Men-schen mal mehr, mal weniger vom Tourismus. Aber das darf doch nicht dazu führen, dass Ei-gentum in Hotels, Ferienwohnungen, auf Höfen und Berghütten verletzt wird! Und es wäre schön, wenn jede/r einen Plan B hätte, wenn der Plan A eben nicht möglich ist. Wir müssen wegkommen davon, dass alles grenzenlos zu jeder Tag- und Nachtzeit verfügbar ist, weg von der »Vollkasko-Mentalität«, die ja auch zu schlägt, wenn havarierte Bergsteiger die Bergwacht wie ein Taxiunternehmen verwenden. Wir werden auch mal Wege sperren müssen!
»Landwissen!« erscheint am 27.02.2026, zeitgleich wie Nicola Förgs neuer Irmi-Mangold-Krimi »Schroffe Klippen«.
Pressekontakt: Stefanie Hoever | Tel. 089 38 18 01 39 | E-Mail: stefanie.hoever@piper.de

Andere Bücher

Eisenherz - Nicola Förg
Hundsleben - Nicola Förg
Scheunenfest - Nicola Förg